Tarifvertrag ig metall kündigungsfristen

Birgit Pauli-Haack  

IndustriAll Europe begrüßt den am 6. Februar zwischen der IG Metall und Südwestmetall unterzeichneten Tarifvertrag. Das Abkommen steht an der Spitze der Tarifverhandlungen und ist ein positives Beispiel für die Sozialpartner nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Arbeitszeit• Ab 2019 ein Recht für alle Vollzeitbeschäftigten mit mehr als 2 Jahren Betriebszugehörigkeit, ihre Wochenarbeitszeit für 6 bis 24 Monate auf 28 Stunden zu reduzieren. Nach Ablauf dieses Zeitraums haben die Arbeitskräfte das Recht, den Vorgang zu wiederholen. • Die vorübergehend reduzierte (28 Stunden) Wochenarbeitszeit wird auf 10 % der Erwerbsbevölkerung begrenzt. Beantragen mehr als 10 % der Arbeitnehmer eine Verkürzung der Arbeitszeit, Vorrang haben dann diejenigen, die Schichtarbeit, Pflege von Angehörigen oder kleinkinderfürsorge (bis 8 Jahre) leisten.• Die Arbeitgeber haben auch die Möglichkeit, Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Verträgen zu beschäftigen (derzeit auf 18 %/13 % aller Verträge je nach Tarifregion festgelegt), aber die Betriebsräte werden mehr und stärkere Widerspruchsrechte haben, wenn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 35,9 Wochenstunden über alle Arbeitnehmer hinausgeht. TRADE UNIONS UND ARBEITGEBERVERBÄNDE – Gewerkschaften sind Gewerkschaften, die sich in einer organisierten Gewerkschaft zusammenschließen, um die Interessen der Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände zu vertreten. In Deutschland sind die Gewerkschaften branchenspezifisch und konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche der Wirtschaft (z.B. für die Metallindustrie die Metallergewerkschaft IG Metall). Ein Arbeitgeberverband ist ein Zusammenschluss verschiedener Unternehmen innerhalb einer bestimmten Branche, um sicherzustellen, dass ihre Interessen gegen die Gewerkschaften vertreten werden. Die Hauptaufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ist die Aushandlung und der Abschluss von Tarifverträgen. Für viele Branchen ist es gängige Praxis, dass Löhne und andere Beschäftigungsbedingungen durch Tarifverträge geregelt werden, die häufig Industriestandards festlegen, die über ihren eigentlichen Anwendungsbereich hinausgehen.

REMUNERATION – Das Gehalt kann in der Regel frei zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt werden, es sei denn, es gelten Tarifverträge. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) sieht derzeit einen gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro brutto/Stunde im Januar 2020 auf 9,35 Euro vor. Sie ist allgemein verbindlich für alle Arbeitsverhältnisse und für alle Arbeitgeber, unabhängig von Größe und Branche. Für bestimmte Arbeitnehmergruppen (z. B. Studenten, Praktikanten) gelten nur sehr wenige Ausnahmen. Die neue Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, die als Pilotvereinbarung für andere Tarifrunden in Deutschland gelten soll, ist ein positives politisches Signal für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Es zeigt, dass wir die Krisenzeit beenden und dass die Arbeitnehmer für ihre Rechte für einen fairen Anteil an der Erholung eintreten. Die Vereinbarung zeigt auch, dass die “Flexibilität” am Arbeitsplatz nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von den Arbeitnehmern festgelegt werden sollte. Es gibt drei Hauptausleinen aus der Vereinbarung, die sich auf Löhne, Arbeitszeit und den so genannten Tariflohnzuschlag beziehen. PAID TIME OFF – Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf ein jährliches Minimum von vier Wochen bezahlten Urlaubs, basierend auf einer 5-Tage-Woche (Montag bis Freitag), was zu 20 Tagen bezahlten Urlaub führt.

In der Praxis sehen Arbeitsverträge und Tarifverträge jedoch eine höhere Anzahl von Urlaubstage vor. Urlaub von 25 bis 30 Werktagen pro Jahr kann in Deutschland als Standard betrachtet werden. Ein vollständiger Urlaubsanspruch wird erst erworben, wenn das Arbeitsverhältnis seit sechs Monaten besteht.